Kein gutes "Bauchgefühl"? Reizdarm, Blähungen, Durchfall und Co.

Menschen die sich auf ihr Bauchgefühl verlassen werden oft belächelt, gelten als emotional und wenig realistisch. Doch warum ist das so? Forschungen der letzten Jahrzehnte  haben bewiesen, dass das umgangsprachliche „Bauchgefühl“ nicht nur eine Emotion oder Einbildung ist, sondern sich dahinter das sogenannte Darmhirn - das zweitgrößte Nervensystem des Menschen verbirgt.

100 Millionen Nervenzellen sind im Darm angesiedelt und haben eine direkte Verbindung zu unserem Gehirn. So ist es nicht verwunderlich, dass man alle Nervenzelltypen des Gehirns auch im Darm wiederfindet und 95% des bekannten Neurotransmitters und Glückshormons Serotonin in der Darmmukosa  gebildet werden.

Neurotransmitter sind Botenstoffe, die Informationen in unserem Körper übermitteln. Unser Darmhirn sendet über den Nervus vagus und andere Botenstoffe 90% der Informationen an unser Gehirn, lediglich 10% der Informationen werden von unserem Kopf an unser Darmhirn gesendet.

 

Die Darmnerven überprüfen ständig die Zusammensetzung und Veränderung des sogenannten Mikrobioms (verschiedene Mikroorganismen im Darm), welches für die Aussendung der Signal- und Botenstoffe zuständig ist; sie haben damit einen enorm großen Einfluß auf unser Wohlbefinden.

 

Dies erklärt nun auch, warum z.B. Depressionen, Burn out oder aber auch das Reizdarmsyndrom in einem engen Kontext mit Stresssituationen, Angst und Überforderung stehen. Hierbei werden entsprechende Signale vom Gehirn an den Darm gesandt, es entstehen Verkrampfungen, die Darmperistaltik wird schneller und aus der Nahrung werden nicht mehr die nötigen Mineralien, Vitamine etc. resorbiert.

 

Hält diese Situation über einen längeren Zeitraum an, verändert sich die Darmflora, es entstehen Entzündungen und am Ende Unverträglichkeiten und Allergien.

Erste Symptome eines  irritierten Darms:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen / Krämpfe
  • ständige Durchfälle oder Verstopfung, auch im Wechsel

5 Dinge die ich tun kann damit sich mein Darm regeneriert

1) Kuhmilch reduzieren

Neben der vielseits bekannten Lactoseintoleranz (Unverträglichkeit des Milchzuckers) kann es auch zu einer Unverträglichkeit des Milcheiweisses kommen. Besonders bei älteren Menschen kann es zu einer plötzlichen Unverträglichkeit von Kuhmilch kommen, da das Enzym Lactase nicht mehr im Körper ausreichend produziert wird.


2) Gluten vermeiden

Gluten ist das „Klebe-Eiweiß“ in Weizen und anderen Getreiden. Das darin enthaltene Gliadin ist für die Unvertäglichkeit verantwortlich und kann neben chronischen Durchfällen, Verstopfungen, Kopfschmerzen, bleierne Müdigkeit und Gelenkschmerzen viele weitere Probleme verursachen. Gluten ist fast in allen Lebensmitteln enthalten, so dass Sie lediglich versuchen können, die Glutenzufuhr zu reduzieren.
Glutenfrei sind folgende Nahrungsmittel: Reis, Quinoa, Mais, Hirse, Buchweizen und Amaranth.

 


3) Gut kauen

Sie werden schnell merken, dass eine entspannt zu sich genommene Mahlzeit, die in Ruhe gekaut wurde (40x pro Bissen) wesentlich bekömmlicher ist und Blähungen sowie Verdauungsbeschwerden lindert.

 


4) Genug trinken

Wasser wird im gesamten Körper benötigt und unterstützt neben einer guten Verdauung auch alle Organfunktionen, zusätzlich hat Wasser eine ausleitende Wirkung auf alle Giftstoffe im Körper. Trinken Sie täglich 1,5 – 2 Liter Mineralwasser, wenn möglich ohne Kohlensäure.

 


5) regelmäßige Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist elementar wichtig für die Darmperistaltik, es beugt Verstopfung vor und regt die Verdauung an.

 


Halten die Beschwerden weiterhin an, empfehle ich eine Darmsanierung. Hierbei werden in einem ersten Schritt über eine Laboruntersuchung die Bakterienbesiedlung des Darms und einige weitere Parameter untersucht. Gleichzeitig sollte ein Lebensmittelunverträglichkeitstest durchgeführt werden. Nach Auswertung der Ergebnisse bespreche ich mit Ihnen eine speziell auf Ihre Belange abgestimmte Therapie, die sich auch gut in den Alltag integrieren läßt.